Lernforum Bürgerkommune. Beteiligung und Engagement im ländlichen Raum gestalten

Das Projekt „Lernforum Bürgerkommune" wollte einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Bürgerkommune in kleinen Gemeinden leisten.

 

Ausgangssituation

Der demografische, sozio-ökonomische und agrarstrukturelle Wandel gefährdet den Erhalt der Lebensqualität in Gemeinden des ländlichen Raumes. Kommunen sind immer stärker darauf angewiesen, die Bürgerschaft in die Gestaltung von kommunalen Entwicklungsprozessen einzubeziehen. Zugleich fordern aktive BürgerInnen eine stärker ausgeprägte Beteiligungskultur, mehr Dialogbereitschaft und die Offenheit für frühzeitige Beteiligung an Entscheidungsprozessen.

Alle drei Akteursgruppen eint die Sorge, dass weite Teile der Gesellschaft nur schwer für politische Partizipation und Engagement zu motivieren sind und sie haben diesbezüglich hohe Erwartungen an die jeweils anderen Akteursgruppen, zu Lösungen beizutragen. Die Notwendigkeit, Bürgerbeteiligung und Bürgerengagement zu fördern, ist unbestritten, löst aber auch neue Verunsicherung bei Politik und Verwaltung aus. Noch stellen diese Unsicherheiten auf allen Seiten ein großes Hemmnis dar, die Potenziale bei den drei Akteursgruppen Bürgerschaft, Politik und Verwaltung sowohl bei Bürgerbeteiligung wie auch beim Bürgerengagement auszuschöpfen.

 

Hier ein paar Bilder der Tagung "Europäischer Dialog über Beteiligung und Engagementförderung im Ländlichen Raum" am 24. April 2013 in Stuttgart.

 

Projektziel

Ziel des Projektes „Lernforum Bürgerkommune" war es, ein Fortbildungskonzept für BürgerInnen, Politik und Verwaltung zu entwickeln, das diesen drei Akteursgruppen in kleinen Gruppen ein gemeinsames „voneinander Lernen" ermöglicht, ihre eigenen Lernwünsche einbezieht und die Kompetenzen sowohl zur „politischen Partizipation" wie auch zu „bürgerschaftlichem Engagement" erweitert. Mit dem Fortbildungsangebot sollten Menschen geschult werden, die in ihren Gemeinden - in ihrer jeweiligen Sphäre - Multiplikatorwirkung entfalten könnten, weil sie sich ein Mehr an Kenntnissen, Rollenklarheit und Prozesskompetenz erarbeitet haben.

Als Resultat

  • sollten BürgerInnen befähigt werden, eine aktivere Rolle in der Gesellschaft einzunehmen,
  • Politik kompetenter im Umgang mit Bürgerbeteiligung sein und
  • Verwaltung ein Mehr an Kompetenz im Management, in der Kommunikation und der Prozesssteuerung haben.

 

Zielgruppe

Das Projekt richtete sich an Verwaltungsmitarbeitende in Kommunen, Gemeinderäte/Ortschaftsräte und aktive BürgerInnen aus kleinen Gemeinden des ländlichen Raumes. In Deutschland wird das Projekt in Baden-Württemberg durchgeführt.

 

Aktivitäten

  • In der Konzeptphase wurden Kurskonzepte und Curricula entwickelt, die auf die landesspezifische Situation in Deutschland, Bulgarien und der Tschechischen Republik angepasst sind.
  • Den öffentlichen Auftakt für das Projekt und der Endpunkt der Konzeptphase bildete eine eintägige internationale Konferenz in Baden-Württemberg zum Thema Bürgerbeteiligung und Bürgerengagement im ländlichen Raum. Sie dient dem Erfahrungsaustausch auf europäischer Ebene.
  • Durchführung von drei Kursen jeweils in Deutschland (Baden-Württemberg), Bulgarien und der Tschechischen Republik (Region Broumovsko). Evaluation und Überarbeitung der nationalen Curricula.
  • Vorstellung des Kurskonzeptes vor Schlüsselpersonen aus Regionalentwicklung und Erwachsenenbildung in Workshops in Portugal und Estland, Diskussion der Übertragbarkeit.
  • Europaweite Verbreitung der Ergebnisse über eine Internet-Plattform, über Fachartikel und Präsentationen auf Konferenzen.

 

Projektlaufzeit

2013 - 2015

 

Finanzierung

 

Dieses Projekt wird mit Unterstützung der Europäischen Kommission (Generaldirektion Bildung, Programm Lebenslanges Lernen) durchgeführt.

 

Die Baden-Württemberg Stiftung fördert das Projekt aus Mitteln des Programms "Perspektive Donau".

Kontakt

Petra Schmettow