75.000 Menschen fordern: „Hey Lidl, mach dich fit für fair!“

Bestimmt kennen Sie den Werbeslogan „Lidl lohnt sich.“ Die Frage ist: Für wen eigentlich? Lidl ist gemeinsam mit dem Schwesterunternehmen Kaufland die größte Supermarktkette Europas. Sie hat Filialen in 26 Ländern und ist viertgrößter Einzelhandelskonzern der Welt, mit einem Jahresumsatz von 79,3 Mrd. Euro. Das lohnt sich.

Die Gewinne erwirtschaftet Lidl zulasten von ArbeiterInnen auf Bananen- und Ananasplantagen: Vom Verkaufspreis der Früchte landet nicht einmal ein Zehntel bei ihnen. Der Handelskonzern gehört zu den Meistern des Preisdumpings. Die Zulieferer tropischer Früchte akzeptieren die niedrigen Einkaufspreise und andere unfaire Handelsbedingungen der Supermärkte – aus Angst,  den Platz für ihre Produkte im Obstregal zu verlieren. Der Kostendruck wird an die Menschen am Anfang der Lieferkette weitergegeben.

Lidl behauptet, alle Bananen und Ananas in seiner Obstabteilung seien „nachhaltig“. Doch der Alltag auf den Plantagen sieht oft anders aus:

 

  • PlantagenarbeiterInnen und ihre Familien sind giftigen Pestiziden schutzlos ausgeliefert. Sie leiden unter Atemwegsbeschwerden, Übelkeit und Schwindel.
  • Durch den Einsatz von Agrarchemikalien leiden Böden und Wasserqualität. Monokulturen zerstören die biologische Vielfalt.
  •  Das Einkommen von kleinbäuerlichen Betrieben und ArbeiterInnen ist so gering, dass sich Familien z.B. Arztbesuche nicht leisten können.
  •  PlantagenarbeiterInnen, die sich in Gewerkschaften organisieren, werden häufig diskriminiert oder sogar entlassen.

 

Lidl ist für diese Zustände mitverantwortlich. Die im November beendete Aktion forderte deshalb die Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten sowie den Schutz der Umwelt von dem Handelskonzern. Vielen Dank an die 75.000 UnterzeichnerInnen von Postkarten, E-Mails und Online-Petitionen an Lidl, die ein deutliches Zeichen für faire Früchte gesetzt haben!

 

Lidl unternimmt weiterhin keine umfassenderen Schritte, um die Einhaltung der Menschenrechte und sozialen wie ökologischen Standards in der Lieferkette zu gewährleisten. Auch weigerte sich Lidl die zehntausenden Unterschriften persönlich entgegenzunehmen. Wie "Make Fruit Fair!" es trotzdem geschafft hat, die Botschaft zum Supermarktriesen zu bringen, zeigt dieses Video.

 

Fest steht: Auch in 2017 geht es weiter. Die Aktion „Hey Lidl, mach dich fit für fair!" ist Teil des Projekts „Make Fruit Fair!", das von finep und 26 Partnern in Europa, Lateinamerika und Afrika umgesetzt wird. Wir setzen uns weiterhin für gerechte Arbeitsbedingungen, nachhaltige Entwicklung und Fairen Handel ein.

 

Weitere Informationen unter http://makefruitfair.org/